CrossFit – Wir gehen durch die Hölle

18:00 Uhr. Die Autoren Benjamin Swoboda und Ferdinand Laufer begeben sich zur Westendstraße 185, um die aus den USA stammende Sportart CrossFit zu testen.

Je näher wir unserem Ziel kommen, desto unwohler fühlen wir uns. Bereits bei der Anmeldung wurde uns klar gemacht, dass wir heute Abend an unsere sportlichen Grenzen kommen würden. Nachfragen zum Thema Diabetes und Herzkrankheiten, sowie eine Verzichtserklärung und die Angabe eines Notfallkontaktes helfen nicht gerade dabei, unsere strapazierten Nerven zu beruhigen.

Bunkerblatt‘l: Was ist das besondere an CrossFit und wo liegt der Unterschied zum herkömmlichen Fitnessstudio?

Poethen (Trainer):  CrossFit besteht im Prinzip aus drei Bereichen: dem Ausdauerbereich, dem Kraftpart und dem gymnastischen Teil. Letzterer besitzt heute eine übergeordnete Rolle. Er besteht aus Übungen, bei denen das eigene Körpergewicht eine entscheidende Rolle spielt. Beispiele hierzu wären Burpees, Liegestütze und Toes2Bars. Der Kraftteil dagegen beinhaltet Trainingsmethoden, die mit Gewichten ausgeführt werden. Heute zum Beispiel mit der Kettlebellpress oder aber generell das Gewichtheben beziehungsweise Kreuzheben. Der Unterschied zum Fitnessstudio ist, dass CrossFit sehr funktionell ist, d.h. man trainiert nicht nur einzelne Muskeln, sondern Muskelgruppen, was das ganze alltagsnah macht.

 Das CrossFit-Studio ist ein kleines, aber modernes Etablissement mit einem freundlichen Flair. Doch bereits an der Rezeption werden wir wieder erneut unruhig bei der Nachfrage, wie viel wir denn heute gegessen hätten – es bestehe die Gefahr des Erbrechens. Doch alle Warnungen halten uns nicht davor ab, für Bunkerblatt´l durch die Hölle zu gehen.

Das sechsminütige Aufwärmprogramm ist mit Seilspringen und Rudern noch sehr human gestaltet. Danach folgt ein kleiner Theorieteil, in dem uns die Übungen der heutigen Stunde erklärt werden. Als Nächstes versuchen wir einen kleinen Kraftteil zur Stärkung der Rumpf- und Schultermuskulatur mit Hilfe des Kettlebellpress. Bis jetzt sind wir noch angenehm überrascht, da wir alle Übungen ohne größere Probleme meistern konnten. Aber das soll sich nun ändern. Der folgende Trainingszirkels besteht nämlich aus fünf Sets à 200m im Freien laufen (bei gefühlten -10° Celsius), gefolgt von 12 Burpees, 12 WallBalls und abschließend 12 Toes2Bars[1]. Zwischen den einzelnen Übungen sind dabei nicht vorhergesehen – zum Absolvieren des ganzen Zirkels haben wir nur 18 Minuten. Das ist die Hölle.

Die Verbindung aus Ausdauerübungen und Kraftübungen, verschärft durch Rastlosigkeit, führt bei uns zu einer sehr schnellen körperlichen Erschöpfung, da wir ein solch intensives Training vom Fitnessstudio nicht gewohnt sind.

Bunkerblatt’l: Wem würden Sie CrossFit empfehlen?

Poethen: „Im Großen und Ganzen denke ich, dass CrossFit für jeden geeignet ist, egal, ob das ein Schüler ist, der sehr viel Zeit hat, oder ob das jetzt eine ältere Frau ist, die kaum laufen kann. CrossFit ist sehr flexibel und individuell.“

 CrossFit bietet jedem eine Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit hohe Erfolge zu erzielen, da man von gut ausgebildeten Trainern betreut wird, die für eine ständige, aber kontrollierte Leistungssteigerung sorgen. Jedoch sollte beachtet werden, dass das Training sehr anstrengend ist und gerade zu Beginn eine regelmäßige Kursteilnahme Pflicht ist. Auch sind CrossFit-Studios in München nicht gerade zahlreich vorhanden. Man muss daher mit einer längeren Anfahrtszeit rechnen.

[1] Burpees: Liegestütze verbunden mit Strecksprung

Toes2Bars: Bauchmuskelübung

WallBalls: Trainingsmethode zur Stärkung der Bein- und Schultermuskulatur

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