League of Legends

Seoul, Korea 2014 – „ League of Legends“- Weltmeisterschaftsfinale. Bis zu 11,2 Millionen Zuschauer (fast so viele wie beim Rekord-DFB-Pokal-Finale zwischen Dortmund und Bayern) verfolgen gebannt auf ihren Bildschirmen zehn Spielern, die um das Preisgeld von einer Million spielen. Das große Finale gipfelt nach einer einwöchigen Tour durch Südostasien im zweitgrößten Stadion Südkoreas, dem „Seoul-World-Cup-Stadion“ (bekannt aus der Weltmeisterschaft 2002). 40,000 begeisterte Fans genießen die Einleitung des Events durch die Grammy-Gewinner „Imagine Dragons“, die ihren eigens für das Event geschaffenen Song „Warriors“ vortragen. „League of Legends“ ist ein Computerspiel. Klar wird jedoch, dass League of Legends längst nicht mehr nur ein Computerspiel ist.

Dabei fing alles mal ganz klein an. 2006 gründeten Marc Merrill und Brandon Beck, die sich selber als „unternehmerische Gamer“ bezeichnen, in Kalifornien ihre Firma „Riot Games“. Bereits drei Jahre später veröffentlichten sie auch schon ihr bislang einziges Spiel „League of Legends“ mit 40 verschiedenen Charakteren, die der Spieler auf zwei unterschiedlichen Karten spielen konnte. Dabei hielt sich die Spielerzahl für die ersten Jahre auf stabilen 12 Millionen monatlich aktiven Spielern. Durch zahlreiche Neuerungen, sowie der Verbreitung in die ganze Welt konnte diese Zahl jedoch vervielfacht werden, sodass mittlerweile ca. 27 Millionen Spieler (Stand: Februar 2015) aus der ganzen Welt täglich „League of Legends“ spielen. Als Erfolgsrezept für den großen internationalen Erfolg des Computerspiels gibt „Riot Games“ an, dass für das Unternehmen vor allem der einzelne Gamer im Vordergrund , sowie das persönliche Interesse der Angestellten an „League of Legends“ als Spiel stehen. Ebenfalls bietet „Riot Games“ seinen Angestellten gute Arbeitsbedingungen, was diese besonders motivieren soll. Dementsprechend wurde „Riot Games“ auch bereits mehrfach als einer der besten Arbeitsplätze ausgezeichnet. So bekommt beispielsweise jeder Mitarbeiter jährlich 300$ zusätzlich, womit er sich andere Videospiele kaufen kann.

Da „League of Legends“ an sich auf einem Free2Play-Konzept basiert, also kostenlos spielbar ist, macht Riot keine direkten Einnahmen. Diese erfolgen vor allem durch Mikrotransaktionen. Das sind kleine Bezahlungen, die der Spieler tätigen kann, um einen zusätzlichen Inhalt freizuschalten. Mittlerweile ist es bedauerlicherweise oftmals – vor allem im Bereich der mobilen Spiele (z.B. Android) – zwanghaft notwendig eine solche zu tätigen, um im Spiel voranzukommen. „League of Legends“ hingegen gibt dem Benutzer zwar die Möglichkeit, eine Mikrotransaktion abzuschließen, jedoch verstärkt diese keineswegs die Position im Spiel gegenüber anderen Spielern, sondern lässt nur den gespielten Charakter besser bzw. anders aussehen. Durch diese Art von Mikrotransaktion konnte „Riot Games“ im vergangenen Jahr nicht nur schätzungsweise über eine Milliarde Einnahmen verbuchen, Riot hat dadurch auch eine Umgebung geschaffen, in der jeder Spieler die gleichen Chancen bei einer neuen Spielpartie hat. Durch Letzteres ist das Spiel vor allem für Spieler attraktiv, die danach streben, der Beste zu werden. Diese können sich in sogenannten „Ranglistenspielen“ bewerten lassen und werden je nach Leistung in eine der 7 unterschiedlichen Ligen eingestuft(ähnlich der Fußball-Bundesliga). Von dort können sie dann versuchen, in eine bessere Liga aufzusteigen.

Das Ziel eines jeden Spielers ist es dabei die beste Liga zu erreichen. Dabei fällt das außerordentlich schwer, da die beste Liga gerade mal aus den besten 0,01% der Spielergemeinschaft besteht. Spieler in der höchsten Liga, die sogenannten „Challenger“, haben dann die Chance in einem 5er-Team mit anderen Spielern in die offizielle „League of Legends“-Liga, die LCS, einzuziehen. Von diesen Ligen gibt es auch wieder mehrere, je nach Region. Spieler, die eine dieser Ligen spielen, wohnen meist zusammen mit ihren Teamkameraden in einem sogenannten „Gaming House“, in welchem sie von einem Coach unterstützt werden und täglich mehrere Stunden üben. Jedes Wochenende fährt dann das gesamte Team zu einem extra für die jeweilige Liga geschaffenem Studio, in welchem sie sich mit anderen Mannschaften messen. Bezahlt werden die einzelnen Mannschaften zum einen von „Riot Games“ selbst und zum andern von Sponsoren. Die Mannschaft, die ihre Liga gewonnen hat, kann sich daraufhin in einem internationalen Turnier (wie die eingangs beschriebene Weltmeisterschaft) mit den besten der anderen Ligen messen.

Dabei ist „League of Legends“ als Sport nicht unumstritten. Oftmals existiert immer noch das mittlerweile zumeist veraltete Bild des „Nerds“, welcher den ganzen Tag im Keller sitzt, Computerspiele spielt und kein soziales Leben hat. Dieses wird zumeist auf die so genannten „Pro-Gamer“ projiziert. Auf staatlicher Ebene wird jedoch das professionelle Gaming immer öfters anerkannt. Während der „Deutsche Olympische Sportbund“ noch verlangt, dass die „eigenmotorische Aktivität“ bei einer Sportart bestimmend sein muss, werden in anderen Ländern, wie der USA die gleichen Visa an „Pro-Gamer“ verteilt, wie auch an olympische Sportler. Man sieht, dass vom „Pro-Gaming“ bei weitem noch nicht als Sportart gesprochen werden kann, da der Begriff dafür bis jetzt zu kurz existiert. Nichtsdestotrotz ist die Entwicklung des „e-sports“ (elektronischer Sport) im Auge zu behalten und nicht zwanghaft als kurzzeitiger Trend abzustufen.

Julian Streit

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One thought on “League of Legends

  1. Hey Julian , ich habe eine gute Freundin die eine Bitte an dich hätte ich hoffe ich bekomme eine Antwort … Du würdest ihr echt ein rießen gefallen tun

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