Warum ersetzen Influencer die traditionelle Werbung?

Immer öfters liest man das Wort „Influencer“ in Zeitungsartikeln oder es wird in einem Fernsehbericht erwähnt. Aber was genau sind Influencer? Das Wort „Influencer“ kommt von dem englischen Wort „to influence“ und bedeutet beeinflussen. Durch ihre Rolle als Meinungsführer verbreiten sie ihre Kritik über eine Firma und haben somit zum Beispiel Auswirkungen auf das Konsumverhalten ihres Publikums. Ihre Meinung können sie auf den verschiedensten Plattformen veröffentlichen. Dabei stehen Netzwerke wie Twitter, Facebook und YouTube ganz oben auf der Liste.

Aber wie gelingt es den Influencern, so erfolgreich mit ihrem Konzept zu sein? Ein Meinungsführer muss, um eine Vertrauensbasis zwischen dem Follower und sich aufzubauen, gewisse Voraussetzungen erfüllen. Der Follower wünscht sich vor allem eine authentische und persönliche Kritik, die auch selbstbewusst vorgetragen wird. Dabei darf aber trotzdem nicht die Professionalität der Beurteilung vernachlässigt werden. Die Wertschätzung der persönlichen Notengebung ist z.B. auch deutlich an der Studie „State of influence“ zu erkennen. Von 600 befragten Teilnehmern haben 66% angegeben, dass sie sich auf eine persönliche Beurteilung aus dem Internet verlassen. Also scheinen Verbrauchern diese persönlichen Wertungen in Werbungen in Radio und Fernsehen zu fehlen.

Eine herkömmliche Werbung ist aus Schauspielern und einer vorgegebenen Meinung, die auf einen Erfolg abzielen soll, aufgebaut. Dabei steht ausschließlich nur der Vorteil für den Kunden und der Firma im Vordergrund und der Kunde erhält keine subjektive Bewertung, die er leichter mit seinem eigenen Leben vergleichen kann. Durch diese aufgesetzte Meinung sinkt das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit gegenüber einer Firma und im Gegenzug erhalten Kritiken von Influencern mehr Aufmerksamkeit.

Deshalb setzen Firmen wie L´Oréal auf bekannte Models, wie zum Beispiel Lena Mayer-Landruth oder Stefanie Giesinger. Durch ihre bereits vorhandenen hohen Followerzahlen auf verschiedenen sozialen Netzwerken sammeln sie mit positiven Kritiken oder Vorstellungen neuer Produkte Sympathiepunkte für die Marke. Aber auch die Influencer selbst ziehen dabei große Vorteile. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Produkte von den Firmen zugeschickt, werden zu Events eingeladen und können neue Kontakte knüpfen. So entsteht ein Kreislauf: Durch die gewonnene Aufmerksamkeit der Influencer erhalten die Firmen, für die geworben worden ist, mehr Einfluss.

Dennoch verbirgt sich hinter dem so perfekt wirkenden Bild oder Video viel Arbeit. Meist sind die Tage eines Influencers mit verschiedenen Terminen, wie Meetings mit neuen Firmen, Fittings für das nächste Shooting oder Büro-und Verwaltungsarbeit durchgeplant. Die deutsche Modebloggerin Caro Daur beispielsweise fliegt mehrmals in der Woche von einer Mode-Metropole zur Nächsten und lebt dabei einerseits einen anstrengenden Jetsetter-Lifestyle, andererseits aber auch den Traum vieler junger Frauen.

Als Fazit für den Konsumenten gilt es, einen kritischen Blick beizubehalten. Denn trotz der vermeintlich persönlichen Beziehung zum Influencer und dessen authentischen Auftretens steckt in den meisten Fällen ein genialer Trick der Werbeindustrie dahinter und man sollte nicht vergessen, dass es Konzernen einzig allein darum geht, ihre Produkte attraktiver zu gestalten und damit zu einem –im besten Fall – Verkaufsschlager werden zu lassen. Somit geht es letztendlich um Einfluss, Geld und Macht.

Tabea Kähler

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